Die Aktion «Stunde der Gartenvögel» von BirdLife Schweiz ist auch dieses Jahr ein voller Erfolg: Über 4500 Personen, Familien und Schulklassen haben Anfang Mai die Vögel rund ums Haus gezählt und gemeldet. Insgesamt haben sie 136’277 Vögel aus 163 Arten beobachtet. Die Daten zeigen, dass im Garten viel für die Vögel und Natur gemacht werden kann.

Die Schweiz ist im «Gartenvogel-Fieber». 4522 Personen, Familien und Schulklassen haben an der Aktion «Stunde der Gartenvögel» mitgemacht. Mit dabei waren auch PolitikerInnen und Prominente wie Andreas Aebi, Maja Graf, Martina Munz, Barbara Schaffner oder Peach Weber. Viele Schülerinnen und Schüler lernten dank der Aktion die Vögel der Schulumgebung kennen.

Die eingegangenen Daten des wohl grössten Citizen-Science-Projekts der Schweiz sind bereits grösstenteils ausgewertet. Es zeigt sich klar, dass naturnähere Gärten mehr Vogelarten einen Lebensraum bieten als Gärten mit Einheitsrasen und exotischen Pflanzen: In den ersteren wurden durchschnittlich 11,4 Arten gezählt, in letzteren 7,2 Arten. Entsprechend konnten viele eigentlich typische Vogelarten des Siedlungsraums nur in einem geringen Teil der Gärten ausgemacht werden – so zum Beispiel Grünfink (17 % der Gärten), Girlitz (10 %), Stieglitz (19 %) oder Mehlschwalbe (20 %). Trotzdem zeigt sich, dass im Siedlungsraum inzwischen viel mehr Vögel vorkommen als in der ausgeräumten Agrarlandschaft, wo auf grossen Flächen kaum mehr Vogelgesang gehört werden kann.

Die am weitesten verbreitete Vogelart ist dieses Jahr der Haussperling: Die Teilnehmenden der „Stunde der Gartenvögel“ haben ihn in 76 Prozent aller Flächen erspäht. Auf dem zweiten Rang stehen die Amsel und die Rabenkrähe (je 74%), dann folgen Kohlmeise (69 %) und Elster (62 %). In absoluten Zahlen sieht die Rangliste folgendermassen aus: 26’479 Haussperlinge wurden gezählt, womit diese Art auch dieses Jahr die höchste Individuenzahl aufweist. Ebenfalls in hohen Zahlen vorhanden waren Rabenkrähe (11’149) und Mauersegler (9559) (die genaue Auswertung ist unten angefügt).

Verglichen mit den Zahlen aus den früheren Jahren ab 2014 zeigt sich, dass die allermeisten Arten in immer weniger Gärten gesehen werden können. Besonders stark abgenommen haben die Beobachtungszahlen bei der Amsel (früher in rund 90 % der Gärten, heute noch in 74 %) oder Grünfink (früher in rund 30 %, heute in 17 %). Weniger häufig gesehen werden aber auch Kohl- und Blaumeise oder Buchfink. Diese Zahlen sind aber nicht repräsentativ.

Kinder beobachten Gartenvögel. @birdlife

Gärten für Vögel

Wer seinen Garten zugunsten der Natur aufwerten möchte, findet unter www.birdlife.ch/garten viele Tipps und Anleitungen. Zentrale Elemente sind einheimische Bäume und Sträucher anstelle von exotischen Arten, Blumenwiesen und Staudenrabatten mit einheimischen Blütenpflanzen oder auch einfach Ecken und Borde, in denen sich die Natur selber entfalten kann. Auch Asthaufen, Trockensteinmauern und Biotope sind wertvoll. Entscheidend ist auch eine «insektenfreundliche» Bewirtschaftung: Man mäht nie die ganze Wiese gleichzeitig, lässt immer ein Blütenangebot stehen und benützt besser eine Sense als einen Rasenmäher, der alles einsaugt. Je mehr Insekten und andere Kleintiere in einem Garten ein Auskommen finden, umso besser ist dies auch für die Vögel: Fast alle Vogelarten sind zumindest in der Brutzeit auf viele Gliedertiere angewiesen.

BirdLife Schweiz dankt allen Teilnehmenden der «Stunde der Gartenvögel» fürs Mitmachen. Die Gewinnerin oder der Gewinner des Feldstechers wird auf der Website bekannt gegeben.

Alle Infos zur Aktion: www.birdlife.ch/gartenvoegel

Titelbild: Bild Philipp Rassel pixabay